Finanzchef ohne Bankkonto

1858 • • • 2011 • • • 2018

Im Mai 2011 wurde ich Finanzchef des Afrikaprogramms der ZGF, mit Dienstsitz in der Serengeti. Doch bevor ich mit der Arbeit anfangen konnte, musste ich erstmal ein sehr spezielles Problem mit meiner Bank regeln: Die forderte nämlich nach meinem Umzug nach Tansania einen ordnungsgemäßen Nachweis für die neue Adresse. Das war nur leider in der Serengeti schwierig, denn Straßen, Hausnummern oder gar Postleitzahlen gibt es nicht.

Ich könne auch eine Stromrechnung als Nachweis schicken, meinte die Bank, aber eine solche hatte ich auch nicht, denn dank Sonne, Generator und Solarpanele mache ich meinen Strom selbst. Auch eine Wasserrechnung vorzulegen, war leichter gesagt, als getan, denn Wasser kommt in der Serengeti vom Himmel und wird in einer Regenzisterne gesammelt. Telefonrechnung? Leider nein, denn Festnetz ist Fehlanzeige. Eine Mobilfunkrechnung? In Tansania gab es damals nur Prepaid-Karten für das Handy! Letztendlich reichte dann ein Schreiben der ZGF aus Frankfurt aus, um der Bank zu bescheinigen, dass ich nun tatsächlich mitten im Serengeti Nationalpark wohnte.

Donald Boag ist unser ehemaliger Finanzchef der ZGF-Afrikaprojekte und war nebenberuflich Weihnachtsmann für die Kinder von Seronera. Seit fast 70 Jahren unterstützen wir die Naturschutzarbeit in Tansania.

Beben im Schimpansenland

1858 • • • 2004 • • • 2018

Auf einmal wackelten die Wände und die Scheiben klirrten!  Am 5. Dezember nachmittags um 15 Uhr erschüttert ein Erdbeben den Mahale Nationalpark in Tansania. Wir liefen sofort nach draußen. Das Epizentrum lag unter dem Tanganjika See, ganze 13 Kilometer vom ZGF Projektbüro entfernt! Die Bewegung der tektonischen Platten am ostafrikanischen Graben hatten ein Beben von 6,8 auf der Richterskala erzeugt, das in sechs Ländern zu spüren war.

Viele Häuser in den Dörfern um Mahale wurden zerstört, tragischerweise verloren Menschen ihr Leben. Bis auf einen gewaltigen Schrecken blieb das ZGF-Team unversehrt. Die Schäden am Haus, zersplittertes Glas und eine zerborstene Terrasse, das konnte repariert werden. Die bewaldeten Steilhänge der Mahale Berge haben zum Glück einen Erdrutsch verhindert, sonst hätte es für unser Büro - das direkt am Hang liegt - auch schlimmer ausgehen können.

Zoe Balmforth arbeitete mehrere Jahre als Projektleitern in Mahale, Tansania. Noch heute arbeiten wir dort mit einem kleinen Team, um den Wald von Mahale und seine Schimpansen zu schützen.

Drei Tage Mittagspause

1858 • • • 2005 • • • 2018

Ende April 2005 riss ein Löwenrudel direkt vor unserem Büro in der Serengeti einen Büffel. Volle drei Tage schlugen sich die Raubkatzen wenige Meter von unseren Bürostühlen entfernt den Magen voll und sie bewachten ihre Beute mit großer Entschlossenheit.

In einer spektakulären Aktion töteten die Löwen schließlich noch eine Hyäne, die versucht hatte, ein wenig Büffelfleisch zu klauen – direkt auf der Büroterrasse. Alles war voller Blut und Hyänenreste.

Diese drei Tage mit Geknurre und Gebrüll, mit Hyänengekeife und Büffelgestank haben uns wieder einmal gezeigt, für wen wir hier in der Serengeti arbeiten. Und wir machen es aus Überzeugung. Seit fast 70 Jahren.

Prof. Markus Borner war mehr als 30 Jahre lang unser Afrika-Direktor. Seit fast 70 Jahren unterstützen wir den Naturschutz in Tansania.