Lieber gemeinsam als einsam

1858 • • • 1989 • • • 2018

1989 kam das Nashornpaar Tsororo und Kalusho aus Simbabwe in den Frankfurter Zoo. Jutta W. Thomasius erinnert in dem Buch „Zoogeschichten“ an die Ankunft der beiden.

„In riesigen Holzkisten trafen Tsororo und Kalusho ein. Monatelang blieben die beiden, auf getrennte Gehege verteilt, fürs Publikum unsichtbar. Mit großer Vorsicht wurden die Tiere aneinander gewöhnt. Als die trennenden Holzwände fielen und das „sich beschnuppern“ durch Gitterstangen möglich wurde, blühte Hoffnung auf, alles Weitere werde nun rasch von statten gehen. Fehlanzeige! Behutsame Versuche, Kalusho und Tsororo gemeinsam ins Freie zu lassen, endeten jedes Mal mit gefährlichen Hetzjagden.“

Obwohl sich die beiden Anfangs nicht so verstanden, zeugten sie drei Töchter, die alle zurück nach Afrika gebracht wurden, um dort den Genpool der frei lebenden Tiere zu stärken. Ihre älteste Tochter Akura reiste 1996 nach Südafrika. Sie war weltweit das erste in einem Zoo geborene Spitzmaulnashorn, das im Freiland, genauer im Marakele Nationalpark, angesiedelt werden konnte. Dort hat sie im August 2003 ihre erste Tochter geboren.

Spitzmaulnashörner gehören zu den am stärksten bedrohten Tierarten. Zum Erhalt der Art unterstützen wir Schutz- und Monitoringprojekte in Tansania, Sambia und Simbabwe.

Eine Geschichte aus dem
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Bären, Wölfe und Wildschweine in geeigneten Behältnissen

1858 • • • 1858 • • • 2018

1858 wollten Frankfurter Bürger einen Ort schaffen, der Erholung im Freien mit dem Studium der Natur verbindet. Kurz: Ein Park musste her und die Tiere darin sollten so ausgestellt werden, wie es ihre Natur erfordert.

Das wiederum kostete Geld. Aber naturinteressierte Unterstützer waren schnell gefunden. Die Gründer der ersten Fördergesellschaft des Frankfurter Zoos waren Andreae Winckler, Louis Brentano, Lois Jäger, Dr. med. Fritz Keller, Hermann Mumm, Dr. jur. Rudolph Pfefferkorn, Georg Seufferheld und Albert Varrentrapp. Der Name der Fördergesellschaft? Klar, Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

Die Gesellschaft gewann zusätzlich die Unterstützung großer Mäzene, unter anderem aus den Familien Rothschild, Binding, Merton und Oppenheimer. Namen, die auch heute noch das Stadtbild von Frankfurt prägen.

Nachdem das Frankfurter Polizeiamt die „Haltung von Bären, Wölfen und Wildschweinen in geeigneten Behältnissen“ als unbedenklich eingestuft hatte, wurde der Zoo am 8. August 1858, nur fünf Monate nach der Gründung der Aktiengesellschaft eröffnet. Ein echter Blitzstart. Eine Jahreskarte kostete damals übrigens 5 Gulden bzw. 10 Gulden für die ganze Familie.

Heute hat der Zoo mit der damals gegründeten Einrichtung nur noch den Namen gemein und wird von der Stadt betrieben. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt ist mittlerweile eine eigenständige Organisation, die Naturschutzprojekte auf der ganzen Welt unterstützt. Gemeinsam fördern wir die Umweltbildung im Zoo.

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